Fast jeder dritte Schüler und Student kennt dieses Horrorszenario unmittelbar vor einer Schulaufgabe oder auch einem Staatsexamen. Feuchte Hände, Herzrasen und starke Nervosität bis hin zu einem vollständigen Blackout des gesamten Unterrichtsstoffes spiegeln die typischen Charaktermerkmale der klassischen Prüfungsangst wieder. Obwohl sich die meisten der Betroffenen wirklich optimal auf ihre bevorstehenden Tests vorbereitet haben, ist die Angst im Nacken trotzdem für alle deutlich spürbar. Wenn dann noch der eigene Erwartungsdruck, eine gute Note zu bekommen, oder auch von außen extremer Druck aufgebaut wird, weil man diese Prüfung unbedingt bestehen muss, um das Klassenziel beziehungsweise nächste Semester zu erreichen, kann aus Angst sehr schnell blanke Panik entstehen. Aber aus welchem Grund entwickeln die Menschen überhaupt Prüfungsängste, die den Puls von einer Sekunde auf die andere in die Höhe schnellen lassen?
Diese Antwort liegt klar auf der Hand, denn die meisten Schüler und Studenten haben ein überzogenes Anspruchsdenken, was ihre Noten betrifft. In meiner täglichen Arbeit als Schülercoach erlebe ich immer wieder, wie hoch meine Klienten die Messlatte in Bezug auf die Bewertung ihrer Prüfungen setzen und sogar bei einer noch durchschnittlichen Benotung der Tests bereits sehr enttäuscht sind. Diese Tatsache ist jedoch ein Produkt unserer überspannten Leistungsgesellschaft.
